Der Blog ist zu.

10 Dez

Der Blog wird aus persönlichen Gründen dicht gemacht, ich werde aber weiterhin Reviews etc. schreiben und zwar unter http://winterimfruehling.wordpress.com/ ich hoffe ihr werdet mir weiterhin treu bleiben.

Tubbe – Eiscafe Ravetto

26 Mrz

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(VÖ 01.03.2012)

01. Lied Anstatt

02. 5 Minuten Love

03. Liebe.Fertig.

04. Mess

05. My little Booze Problem

06. This One

07. Heute oder Hier

08. Bird in a Traffic Jam

09. We won’t be Friends

10. Eiscafe Ravetto

11. Bei aller Liebe

12. 5 Minute Love (5 Minuten Terrine Mix)

Tubbe machen elektrische Hipstermusik. Kriege ich zumindest oft zu hören. Und ja zum teil mag das stimmen aber tubbe machen auch mehr. Auftritte bspw. auf dem Christopher Street Day und engagement für queere Menschen die sie mit ihrer Musik unterstützen wollen. So passen sie auch gut zu Audiolith die das Duo aus München auf ihr Label eingeladen haben. Und dort bringen sie jetzt das Album „Eiscafe Ravetto“ raus auf dem sich der Soundtrack für heisse Tage im Park befindet und auch gleichzeitig der Sound für den Club und die Laserlichter der Tanzfläche. Die Sängerin singt mal auf englisch mal auf deutsch was gut zu den Abwechslungsreichen Songs auf dem Album passt. Die Sängerin klingt hin und wieder mal wie die junge Ausgabe von Nena was man gut finden kann aber nicht muss. Die Musik bewegt sich meist in sicheren Elektropop gefilden ohne besondere Experimente zu starten. Sicher machen tubbe hier nichts was man nicht schon öfter gehört hat wenn man sich in Elektrokreisen bewegt aber trotzdem bleiben mit „Liebe.Fertig“ oder „My little Booze Problem“  definitiv Ohrwürmer die man so leicht nichtmehr loswird.  Für die meisten die diesen Blog lesen wird die Musik vermutlich nichts sein aber auch den empfehle ich einfach mal ein Video anzuschauen und sich die Musik anzuhören um sich eine eigene Meinung zu bilden.

Das Album erscheint bei Audiolith Records

Hier noch das Video zu „Liebe.Fertig.“

NinaMarie – Feuer in der Nachbarschaft

26 Mrz

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(VÖ 15.03.2013)

01. Das Hochzeitsgeschenk

02. Leichen zu Cocktails

03. Süssafrika

04. Der Ortsoberste

05. 33 Runden

06. Der Fucking Kommandeur

Währrend Marten von Turbostaat eigentlich mit der Promo zum Album „Stadt der Angst“ beschäftigt sein sollte und Thomas von den Beatsteaks sich nach seinem schweren Sturz auch wieder mehr um seine Hauptband kümmern sollte erscheint nun doch nach langer Zeit wieder etwas neues von NinaMarie. „Feuer in der Nachabrschaft“ hat die Botschaft die Seele zu entlassten und Ballast abzuwerfen. Marten und Thomas bewegen sich musikalisch etwas im Krautrockbereich mit einem dicken Schuss Melancholie. Ich bin seit jeher ein Fan vom Songwriting von Marten sowohl bei NinaMarie als auch bei Turbostaat und lattenkohlertor. Man ertappt sich an manchen Stellen dabei die Stimme von Jan von Turbostaat diese Zeilen singen zu hören und an vielen Stellen würde es textlich kaum auf einem Turbostaatalbum auffallen. Bis auf den Rausschmeisser „Der fucking Kommandeur“ (der sich mit den deutschen Normalzuständen auseinandersetzt: „Was ihr wirklich glaubt, was ihr wirklich denkt haben wir in Rostock gesehen“) bewegen sich die Songs im Rahmen 2-4 Minuten und so ist das Vergnügen relativ schnell wieder vorbei liefert aber mehr Abwechslung als andere Bands auf vielen Longplayern ab. Ich hatte nicht mit diesem Release gerechnet und bin wirklich froh darüber das sich die beiden gefunden haben um dieses kleine Projekt zu machen und man so wieder etwas Input hat von Leuten die einfach Musik lieben und dazu noch wunderbare Texte schreiben können.

Die Platte erscheint bei Rookie Records

Les Trucs – The Musical

26 Mrz

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(VÖ 23.11.2012)

01. She,he and the cultural spam

02. Der Galvaniker

03. Skipping the rope

04. Machine á coudre

05. Kontemplation heute

06. Der Nostalgieabend der fordistischen Trachtengruppe

07. Analyse und Zersteuung

8. O->.

09. I like cats

10. Das Lied der Wohnmobile

11. He, she, the cultural spam and us

Da Antitainment gerade eine Pause machen wurde es wieder Zeit für etwas Musik aus dem Hause Les Trucs.  Wieder mal eine Mischung aus 8-bit Musik & dadaistischen Texten mit gelgentlichen Kulturreferenzen. Charlotte Simon &  Zink Tonsur machen auf ihrem 2 Album keinerlei Hehl aus ihrer vorliebe für alles mögliche an elektronischen Gerätschaften. Hauptsache es macht irgendwie Geräusche ist das Motto was schon auf ihrem ersten Album „Schönen Grusz vom Getriebe“ klasse geklappt hat. So ganz verstehen wohl nichtmal die Macher ihre Texte und Songnamen aber wer sich so großartige Songtitel wie „Der Nostalgieabend der fordistischen Trachtengruppe“ ausdenkt, muss vermutlich einen gewissen Schaden über die Jahre genommen haben. Es fällt schwer das Album zu beschreiben. Es ist irgendwo zwischen 8-Bit Musik,Synthesizer auf Crack und die Texte wirken teilweise wie beim Scrable zusammengestellt. Aber all das passt dann doch wieder zusammen woran man merkt das die beiden offenbar schon wissen was sie da tun. Und schliesslich kommt die Musik an, nicht umsonst haben sie schon über 400 Konzerte europaweit gespielt.  Mir gefällt das Album am Ende zwar nicht so gut wie „Schönen Grusz vom Getriebe“ aber ich kann es jedem Fan von Les Trucs trotzdem empfehlen er wird definitiv nicht enttäuscht werden.

Das Album erscheint bei Zeitstrafe

Turbostaat – Stadt der Angst

5 Mrz

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(VÖ 05.04.13)

01. Eine Stadt gibt auf

02. Phobus Grunt

03. Tut es doch weh

04. Psyhcoreal

05. Sohnemann Heinz

06. Fresendelf

07. Alles bleibt konfus

08. Snervt

09. Pestperle

10. In Dunkelhaft

11. Willenshalt

12. Sohnemann Zwei

„Eine Stadt gibt auf, eine Stadt gibt auf, eine Stadt gibt auf“ verklingt der erste Song vom neuen Turbostaat Album „Stadt der Angst“. Ein Album das irgendwie alles neu macht und dann doch wieder nicht. Denn Turbostaat bleiben wie sie immer waren: Erzähler von Geschichten, vom Scheitern und vom verzweifeln und das immer so das man doch wieder weitermacht. Turbostaat sind wieder weg vom großen Plattenkonzern, ohne Groll oder Feindschaften und sind jetzt wieder bei einem kleinerem Label unterwegs (Clouds Hill Records), die passenderweise in Hamburg am „Billswerder Neuer Deich“ beheimatet sind. Nahe am Meer. Nahe an dem was Turbostaat schon immer ausgemacht hat die Nähe zu Fischer,Hafen und dem Wind. Die Texte sind wieder Turbostaatlike kryptisch im Namen . Ich vermute aber „Phobos Grunt“ hat hier wohl nicht umsonst den Namen der verunglückten russischen Raumsonde als Titel: „Und du fliegst weiter richtung unbekannt wo niemand dich auch mal begreifen kann…“ liefert die Raumsonde hier die Metapher für einen Freund der sich immer mehr von einem entfernt und man es nicht schafft ihn zu halten. Doch auch hier gibt es irgendwann die Akzeptanz „Vielleicht muss es so sein..“.

Turbostaat widmen sich allerdings auch Themen wie dem unsäglichen Frei.Wild Hype im Song Pestperle: „Freie Wilde in euren Hallen unterm Mantel die alte Idee..“ selten gab es eine deutlichere politische Äußerung von Turbostaat in ihren Songs  und darüber kann man nur foh sein ist doch dieses gehype von „nationalen Texten“ überaus widerlich und andere Bands würden gut daran tun Turbostaats beispiel zu folgen.Die Musik ist auf dem Album gewohnt schnell und treibend wobei auch hier öfters mal ruhigere Töne angeschlagen werden und mit „Alles bleibt konfus“ eine (fast) reine Popnummer im Album versteckt wurde. Und hier werden viele aufjaulen und fragen: „Dürfen die das?“ Meine Meinung? Jo dürfen die. Bei „Sohnemann Zwei“ kann man hingegen schon fast Sludge/Crust Einflüsse heraushören was mich doch sehr positiv überrascht denn sowas erwartet man nun wirklich nicht. Und genau deshalb bleibt Turbostaat eine der spannensten Bands die es zur zeit gibt. Immer wieder brechen sie mit Erwartungen und fügen andere Musikarten in ihre Songs ein. Und im Grundgerüst bleibt es dennoch immer Punk.

Marten und Jan sehen sich vielleicht selber nicht als Geschichtenerzähler aber für mich sind sie es seit dem ersten Album denn nie werden sie konkret, bleiben (fast) immer etwas nebulös in ihren Aussagen halten aber die Zuhörer die ganze Zeit über im Bann. Wer es so schafft den Spagat zwischen großem Label und kleinem Plattenbetrieb zu schaffen ohne dabei seine Identität als Punkmusiker zu verlieren, der (so die TAZ) „der darf auch Erfolg haben“. Sicher braucht es nicht die TAZ um das zu verstehen, Turbostaat werden im Sommer mit dem neuen Album wieder viele Festivals bereichern und auch u.a. als Vorgruppe der Toten Hosen Konzerte spielen. und hoffentlich auch bald wieder in den kleinen Clubs und AZs dieser Republik.

Die Platte erscheint bei Clouds Hill Records

Tim Neuhaus & the Cabinet – Now

5 Mrz

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(Vö 15.02.13)

01. Now

02. Wonderful Turn

03. Crashing Through Roofs

04. Easy or Not (feat. Kat Frankie)

05. Hindsight

06. Seconds Later

07. Can’t Take the Silence

08. Around

09. End, Then You Ring

10. Old Tape Running

11. Moments

12. …Aftermath Stopped

13. Aerophobia

Popmusik kann langweilig sein. Sie kann durchschnittliche Radiomusik für die Dudelsender dieser Welt sein. Zuviele Bands und sogenannte „Indiemusiker“ haben das in den letzten Jahren bewiesen. Nichtso aber ein gewisser Tim Neuhaus. Nachdem er 2011 mit seinem Song „As Life found you“ viele Kritiker und Musikbegeisterte beeindruckte, den Song bei „Inas Nacht“ performte und ihn mit Ina Müller sogar nochmal neu aufnahm und auf Vinyl presste und mit dem Regisseur Dietrich Brüggemann (Renn wenn du kannst, „Zum Laichen & Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf (Musikvideo von Thees Uhlmann)) ein wunderbares Video zu „As Lige found you“ drehte, bringt er jetzt mit seiner Band the Cabinet das Album „Now“ raus. Die Texte schrieb Tim Neuhaus zusammen mit dem amerikanischen Songwriter Ian Fisher. So sind Musik und Texte eng miteinander verbunden denn beide sind mit viel Liebe und (so blöd es klingt) intelligenz zusammengeschrieben worden.

Das Album passt perfekt zum aufkommenden Frühling mit seinen ruhigen melancholischen Parts und den abundzu auftauchenden großen Momenten die aber nie zu pathetisch werden sondern in das Gesammtbild des Albums passen. Vielleicht bleibt Tim Neuhaus in manchen Momenten etwas zu sehr auf Distanz, wirkt das Album vielleicht zusehr durchdacht und lässt keine spontanen Momente zu aber trotzdem ist es ein Album das man komplett durchören kann ohne einmal irgendeinen Song zu skippen. Und doch wünscht man sich das Herr Neuhaus etwas mehr Platz für spontanität zulässt denn zu sehr durchdachte Musik schafft es vielleicht nicht auf dauer zu berühren.

Dennoch haben wenige Indiealben mich derart beeindruckt wie „Now“, denn trotz aller Distanz versteht Tim Neuhaus den Hörer zu fesseln (z.b. mit „Aerophobia“ einem Lied über Flugangst) und mit seinem Gemisch aus Indie- und Elektroelementen eine wohlige Hörerfahrung zu erzeugen.

Das Album erscheint bei Grand Hotel van Cleef

Hier das tolle Video zum Titeltrack „Now“

Kaput Krauts – Strasse Kreuzung Hochhaus Antenne

6 Feb

Kaput-Krauts

(VÖ 23.11.2012)

1. Das alte Ruas-Rein Spiel

2. So LaLa

3. Communications for men

4. Frag nicht nach den Fragmenten

5. Das kompromisstische Manifest

6. Ergebniskosmetik

7. „Das mag alles stimmen, ich glaube es nicht“

8. Auf Verfahren eingestellt

9. Selbstverständlich

10. Kriegchen

11. Mit Netz und doppeltem Boden

12. Irre Anstalten

13. Use your disillusion

14. Abrissparty

15. Im Frühtau

16. So einer wie Sherlock Holmes

Kaput Krauts haben endlich ein neues Album am Start. Vier Jahre nach „Quo vadis, Arschloch?“ wieder angepisster Punkrock weit ab von saufen und Politphrasengedresche. Persönliche Texte die man irgendwo bei Oma Hans & Pascow einordnen kann und die auch Bands wie Frau Potz in ihre Schranken verweisen. Letztendlich ist aber jeder Vergleich irgendwie falsch denn Kaput Krauts haben sich nie irgendwo eingeordnet sondern immer ihr eigenes Ding gemacht. Es gibt nichts wogegen man mit einer Kaput Krauts Platte nicht sein kann. Gegen Dich und dich und dich und euch sowieso. Niemals mit hohlen Phrasen sondern immer mit Wut und dem Drang nach vorn. Musikalisch gibt es wunderbaren schnell gespielten Punkrock der aber auch von seinen breaks und Tempowechseln lebt.

Textlich braucht man eigentlich nur „Einer dieser Tage“ aus „Quo vadis, Arschloch?“ (ich versuche diesen Titel so oft wie möglich einzubringen, ich liebe ihn einfach) zu zitieren:

„also mit der zwille gegen den riesen?

oder nur auf spatzen mit kanonen?

einmal barfuss durch die hölle?

oder weiter pantoffeln aus beton?“

Ich hoffe das die Krauts noch lange so weitermachen. Ich feiere diese Platte zumindest extrem und hoffe ihr auch.

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„Quo vadis, Arschloch?“

Die Platte erscheint bei Twisted Chords Records.